Warum Sport für mich mehr ist als Bewegung
Es gibt unzählige Tools, mit denen wir unser Nervensystem unterstützen können: Atmung, Meditation, Yoga, Kälte, Bewegung oder bewusste Ruhe.
Doch unser Ziel sollte nicht sein, uns ständig zu beruhigen und immer in der Ruhe zu bleiben.
Unser Ziel ist vielmehr Resilienz: ein Nervensystem, das sich aktivieren kann, wenn Energie und Leistung gefragt sind und danach wieder in einen Zustand von Sicherheit und Erholung findet.
Ein gewisses Mass an Stress brauchen wir
Chronischer Stress kann unsere körperliche und psychische Gesundheit belasten. Doch nicht jede Form von Stress ist schlecht.
Wir brauchen Aktivierung, um morgens aufzustehen, Herausforderungen zu meistern und Leistung zu erbringen. Auch beim Sport wird dein sympathisches Nervensystem aktiviert: Dein Herz schlägt schneller, deine Atmung wird intensiver und dein Körper stellt Energie bereit.
Entscheidend ist nicht, jede Aktivierung zu vermeiden, sondern danach wieder in die Erholung zurückzufinden.
Genau diese Anpassungsfähigkeit kann regelmässige Bewegung unterstützen. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 mit 16 randomisierten Studien und 623 gesunden Erwachsenen zeigte Verbesserungen verschiedener Werte der Herzratenvariabilität. Diese geben indirekt Aufschluss darüber, wie flexibel unser autonomes Nervensystem auf Belastung und Erholung reagiert.
Ich bin kein klassisches Yoga-Girl mehr
Yoga war lange eines meiner wichtigsten Tools. Heute merke ich: Allein die Asanas – also die körperlichen Übungen im Yoga – sind nicht mehr das, was mein Nervensystem am meisten braucht. Meine Tools sind heute Spaziergänge und CrossFit – oder aktuell Hyrox.
Wenn viel Energie in meinem Körper mobilisiert ist, hilft es mir nicht immer, stillzusitzen und mich sofort beruhigen zu wollen. Manchmal muss diese Energie zuerst durch Bewegung einen Weg durch meinen Körper finden. Ich muss nicht jede Aktivierung wegatmen.
Manchmal darf ich sie bewegen.
Genau darin liegt für mich die Kraft von Sport: Ich erlebe Aktivierung, bringe die mobilisierte Energie in Bewegung und ermögliche meinem Körper danach den Weg zurück in die Regeneration. Auch das ist Nervensystemarbeit.
Frage dich in einem angespannten Moment nicht sofort: «Wie kann ich mich beruhigen?» Frage dich zuerst: «Brauche ich gerade Ruhe oder braucht mein Körper Bewegung?»
Was braucht dein Nervensystem?
Vielleicht beruhigt dich eine Atemübung. Vielleicht brauchst du einen Spaziergang. Vielleicht hilft dir Krafttraining mehr als eine Meditation.
Es geht nicht darum, das „richtige“ Tool zu wählen. Es geht darum, deinen Körper so gut kennenzulernen, dass du erkennst, was du in diesem Moment wirklich brauchst.
Genau dafür habe ich den Nervensystem Reset Kurs entwickelt. Du lernst deine unterschiedlichen Zustände kennen und findest heraus, welche Tools dich persönlich unterstützen – nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig.
Mehr zum Nervensystem Reset erfahren.
Quelle: Amekran & El Hangouche (2024), Effects of Exercise Training on Heart Rate Variability in Healthy Adults: A Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Controlled Trials